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186 OHR-Lehrer-Jahre gehen zu Ende

186 OHR-Lehrer-Jahre gehen zu Ende

SELM Von fünf Lehrerinnen und Lehrern musste sich die Otto-Hahn-Realschule in Selm am vergangenen Mittwoch verabschieden. Sie beenden ihren Schulalltag in Selm und sind damit ihren Kollegen nur einige Monate voraus.
Die Schultüte steht symbolisch für Neuanfang und Abschied zugleich. Für einen Lehrer sicherlich kein ungewöhnlicher Anblick, begleitet er doch Hunderte von Kindern und Jugendlichen durch ihre Schulzeit. Die Symbolkraft der eigenen Schultüte durften am Mittwoch auch fünf Lehrkräfte der Otto-Hahn-Realschule spüren. Nach über 30 Jahren an der Selmer Schule verabschieden sie sich in den Ruhestand und bekamen passend dazu eine selbst gebastelte „Ausschulungstüte“ mit persönlicher Widmung.
Schwerer Abschied
„Sie sind fünf große Säulen dieser Schule gewesen. Sie werden Fußspuren hinterlassen“, sagt Schulleitung Christiane Kräling-Lietzke wehmütig bei der Verabschiedung im kleinen Kreis des Kollegiums.
Man werde es auch irgendwie ohne die Fünf schaffen – so viel ist sicher – auch, wenn es schwer ist. Denn Andrea Temme, Inge Härle, Maria und Egbert Steins und Johann Bruns werden nicht die letzten Lehrkräfte sein, die die Realschule verlassen. Im Juni 2019 wird dort der letzte Jahrgang seinen Abschluss machen. Die benachbarte Sekundarschule wird das Schulgebäude übernehmen. Zu den besten Zeiten habe man 850 Schüler gehabt. Jetzt sind es noch 172. Von den ehemals 46 Lehrkräften sind zwölf geblieben.


Schöne Erinnerungen
Andrea Temme ist eine der fünf Säulen. Als sie an der Tafel Arbeitsbeginn und Arbeitsende aufschreibt, wird es ihr richtig bewusst: Über 38 Jahre gehörte die Mathematik- und Biologielehrerin fest zum Bild der Otto-Hahn-Realschule, ihrer ersten und einzigen Arbeitsstelle. Da fällt der Abschied doppelt schwer: Zum einen sei es das Kollegium, „weil es sich auflöst“, sagt Temme. Hier haben sich über die Jahre viele Freundschaften entwickelt.
Zum anderen seien es die Schüler, die ihr fehlen werden. „Ich war mein ganzes Berufsleben lang Klassenleitung und konnte mit den Schülern zusammen wachsen. Da hängt das Herz dran“, sagt die Selmerin. Zu vielen ihrer ehemaligen Schüler habe sie immer noch ein enges Verhältnis, vor allem zu ihrer ersten Klasse. „Ich habe erst sie und dann auch ihre Kinder durch die Schulzeit begleiten können“. Insbesondere diese Erfahrungen seien es, die ihr besonders fehlen werden.
Auf die Frage nach schlechten Erinnerungen überlegt sie lange, denn erlebt habe sie viel. Temme: „Wenn mal wieder umgebaut wurde, habe ich auch in Fluren und zwischen Bauträgern unterrichtet“, sagt sie und fügt lachend hinzu, dass ihr dieser Stress wahrscheinlich nicht fehlen werde.

Quelle: RN.de vom 31.01.2018

Eintrag vom: 31.01.2018