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Lennard zeichnet die US-Präsidenten

Lennard zeichnet die US-Präsidenten

SELM Für ein Schulprojekt gab der 15-jährige Schüler Lennard Decker bei seiner Lehrerin Maria Steins eine Mappe ab. Darin waren Zeichnungen - und die haben Maria Steins so verblüfft, dass sie die Ruhr Nachrichten anrief. Wir haben mit dem jungen Künstler gesprochen - über seinen Lieblingspräsidenten, Kunst und die aktuelle US-Wahl.
Lennard Decker (15) findet Donald Trump interessant. Nein, nicht wegen seiner Politik. „Auf keinen Fall“, sagt der Realschüler. Er wünschte sich vor der Wahl auf jeden Fall Hillary Clinton als neue Präsidentin. Wie sich nun gezeigt hat, sollte es anders kommen.
Aber Trumps Frisur, die Gesichtsfalten und der wütende Blick – das sind schon Herausforderungen: zumindest für einen Porträtzeichner wie Lennard.
34 der bis Dienstag 44 US-Präsidenten hat er schon gezeichnet – und damit seine Lehrerin Maria Steins verblüfft. So sehr, dass die kurzerhand die Ruhr Nachrichten angerufen und in die Otto-Hahn-Realschule an der Südkirchener Straße eingeladen hat: „In diesen Zeichnungen zeigt sich richtig viel Talent, glaube ich“, sagte die Englisch- und Mathelehrerin. Recht hat sie.
34 Din-A-4-Zettel sind auf einem Tisch ausgebreitet: alles Bleistiftzeichnungen. Einige mehr ausgestaltet, andere nur mit wenigen Strichen aufs Papier geworfen, alle mit unverwechselbarem Ausdruck: Obama lächelt selbstbewusst. Das muss noch zu einer Zeit gewesen sein, als sein Motto „Yes, we can“ alles möglich machen zu schien und sich noch nicht die Verzagtheit der letzten Monate breit gemacht hatte.
George W. Bush grinst – nicht herzlich, sondern verbissen: Passend dazu, dass er die USA in einen endlosen Krieg gegen den Terror geführt hat.

Eher willkürliche Auswahl

Lennard hat sich die Vorlagen für seine Zeichnungen aus dem Internet geholt: Fotos oder Gemälde. Die Auswahl der Präsidenten sei eher willkürlich gewesen. Die, die interessant aussahen, hat er gemalt. Bill Clinton, Hillarys Ehemann und selbst der 42. Präsident der Vereinigten Staaten, gehört zu denen, die Lennard ausgelassen hat. „Aber ich bin ja auch noch nicht fertig.“
„Wir hatten vor zwei Wochen im Englischunterricht ein Projekt gestartet“, sagt Lehrerin Steins. Thema: USA. Sie habe die Mädchen und Jungen der 8a aufgefordert, zu einzelnen Aspekten – ob Zuwanderung oder Wahlsystem – eigene Beiträge zu verfassen. Dann kam Lennard mit seiner Bildermappe – „und ich war baff“, sagt sie und lacht.

Künstlerisches Talent fördern

Als kleiner Junge im Kindergarten habe er es gehasst, zu malen, gesteht der junge Selmer. „Und Kunstunterricht mag ich bis heute nicht.“ Zu zeichnen sei aber seine große Leidenschaft, am liebsten Porträts: nicht nur von Promis, sondern von jedem, der ihn interessiert. Aufträge habe er auch schon mal bekommen. „Aber das klappt nicht unter Druck“, sagt er.
Bei der Potenzialanalyse, an der die Achtklässler teilgenommen haben, sei auch schon sein künstlerisches Talent aufgefallen, sagt Lehrerin Steins. „Das muss gefördert werden“ – egal, unter welcher Präsidentschaft.

RN - 9.11.2016 - von Sylvia vom Hofe 

Eintrag vom: 09.11.2016