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Buchautor in der Realschule: Krawalle in London aus verschiedenen Blickwinkeln

Buchautor in der Realschule: Krawalle in London aus verschiedenen Blickwinkeln

Vermummte Jugendliche setzen Autos in Brand und gehen auf Polizisten los: Das waren die Bilder der Krawalle in London, die sich 2011 ins Gedächtnis eingebrannten. Aber sie zeigen ein eingeschränktes Bild, wie die Zehntklässler der Otto-Hahn-Realschule beim Besuch des Autors David Fermer lernten.
Er las ihnen aus seinem Buch „Riot“ vor und gab den Schülern Hintergrundinformationen über den Aufstand in London. So lernten die Zehntklässler, dass nicht alle Randalierer und Plünderer Jugendliche waren.

Zusammensetzung der Aufständischen
„Es waren auch Lehrer dabei und reiche Menschen. Nicht alle waren arm, nicht alle schwarz, nicht alle jung“, erklärte David Fermer.
Die Zusammensetzung der Aufständischen sei unterschiedlicher als man denke. In den 90 Minuten, die der Engländer mit den Schülern verbrachte, stellte er unterschiedliche Perspektiven auf die Aufstände vor. In seinem Buch „Riot“, aus dem er vorlas, erzählt er von einer Gruppe Jugendlicher aus Tottenham und wie sie die Ausschreitungen erleben.
Fermer ließ aber auch andere Beteiligte zu Wort kommen, beispielsweise Polizisten. In Filmsequenzen erzählen sie, wie ihnen die Situation entglitt, wie sie 24 Stunden am Stück auf der Straße waren. Er ließ einige Schüler Berichte von Zeugen vorlesen und von Ladeninhabern, die sich zur Selbstverteidigung bewaffneten. So wurden die Schüler ein aktiver Teil der Veranstaltung, Langeweile kam nicht auf.

Fiktion und Realität nah beieinander
Aber auch sonst hörten sie Fermer, auch wenn er Englisch sprach, gebannt zu, als er beispielsweise vom Entstehungsprozess des Buches erzählte. Dies sei zwar Fiktion, aber von einigen Dingen, die er in seinem Buch beschreibe, habe er später erfahren, dass sie wirklich passiert seien.
So stehlen Ich-Erzähler Danny und seine Kumpels in „Riot“ ein Rad aus einem zerstören Fahrradgeschäft. „Und als der Verlag nach Fotos gesucht hat, um das Buch zu illustrieren, fand er ein Bild von Jugendlichen, die in ein Fahrradgeschäft einsteigen“, sagt er. „Manchmal ist die Vorstellungskraft eben wahrer als Fiktion.“

Quelle: RuhrNachrichten.de - Von Jennifer Riediger - 30. Januar 2013

Eintrag vom: 30.01.2013